Monat: November 2017

Feuerwehr trainiert unter realen Bedingungen

Drei Wohnungsbrände an einem Vormittag, und das auch noch an der gleichen Adresse. Damit war die Feuerwehr Ovelgönne am Samstagvormittag konfrontiert. Dabei handelte es sich natürlich nicht um richtige Brände. Neun Feuerwehrleute der Ortswehr waren nach Eversen im Landkreis Rotenburg-Wümme aufgebrochen, um dort in einer Realbrandanlage zu üben. Die Anlage besteht aus mehreren zusammengestellten Containern, und ist mit Türen und Fenstern versehen. Im Inneren wurden  verschiedene Möbel feuerfest nachgebaut um eine Wohnung zu simulieren. Das besondere an dieser Anlage ist jedoch, das in einem Brandraum ein großes Feuer entzündet wird.  Der entstehende heiße Brandrauch breitet sich in der gesamten Anlage aus, dadurch steigt auch die Temperatur in der Anlage auf mehrere hundert Grad.
Genau die richtigen Bedingungen für die Feuerwehrleute um praktische Erfahrungen zu sammeln. In Trupps zu je zwei Personen gehen die Brandbekämpfer unter Atemschutz in den Brandraum vor. Der Einsatzauftrag lautet Menschenrettung. Also muss jeder Raum komplett abgesucht werden. Und das bei einer Sichtweite von kaum einem Meter und sehr hohen Temperaturen. Die Räume müssen im Einsatzfall trotz der widrigen Bedingungen schnell und gleichzeitig abgesucht werden, um mögliche Vermisste rechtzeitig zu finden. Dabei muss auch noch eine Schlauchleitung mitgeführt werden, um mögliche Feuer bekämpfen zu können. Nachdem jeder Trupp sich einmal durch die Brandräume gekämpft hat, findet  eine Nachbesprechung mit den Ausbildern statt. Sie geben Tipps und Hinweise zur richtigen Vorgehensweise.

Nach einer kurzen Mittagspause geht es erneut in die Anlage. Nun steht unter anderem der „qualifizierte Außenangriff“ auf dem Programm. Hierbei wird der Brand bereits von außen eingedämmt und gleichzeitig der Brandraum gekühlt. Dadurch erhält der Trupp der unter Atemschutz im Innenangriff vorgeht etwas mehr Zeit um den Brandraum aufzufinden. Am späten Nachmittag und insgesamt drei Durchgängen in der Anlage ist der Übungstag beendet. Die Feuerwehrleute um einige Erfahrungen reicher.

Die Ausbildung fand bei der Firma „Feuerwehr Trainings- und Rettungscenter“ in Eversen statt. Zu den Ausbildern gehört auch der Warflether Feuerwehrmann Tobias Schrön. Er arbeitet bei der Firma seit ihrer Gründung Anfang des letzten Jahres.
Solche Realbrandausbildungen gehören nicht zum Standradprogramm bei den Feuerwehren, und sind doch enorm wichtig. In der theoretischen und auch praktischen Ausbildung während der Atemschutzlehrgänge und den Dienstabenden in den Ortsfeuerwehren werden viele Kenntnisse und Wissen vermittelt. Dies jedoch in einem heißen und verrauchten Brandraum und unter Zeitdruck umzusetzen, kann nur selten geübt werden. Der Ausbildungstag wurde teilweise durch Spendengelder und Mittel der Ortsfeuerwehr finanziert. Daher noch einmal ein Dank an alle Spender, welche die Ortsfeuerwehr finanziell unterstützen.

Verkehrsunfall mit Schulbus

Am Mittwochmorgen wurde die Feuerwehr Ovelgönne zu einem Verkehrsunfall in Hammelwarden alarmiert.  Ein Schulbus und ein Kleintransporter waren auf einer Kreuzung zusammengestoßen. Der Fahrer des Kleintransporters wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Der Bus kam von der Straße ab, fuhr durch einen Graben und kam auf einer angrenzenden Weide zum stehen.
Aufgrund der zahlreichen Unfallbeteiligten und der Anzahl an Verletzten wurde das Alarmstichwort MANV (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst. Neben den zahlreichen Einheiten des Rettungsdienstes wurde unter anderem auch die Ortsfeuerwehr Ovelgönne alarmiert, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen. Laut Pressemeldung der Polizei gab es 17 verletzte Schulkinder sowie die zwei verletzten Fahrer.
Das mediale Interesse an diesem Einsatz war sehr groß, es erfolgte eine umfangreiche Berichterstattung. Daher gibt es hier auch keine Fotos von der Ortsfeuerwehr.

Die Nachrichtenagentur NonstopNews hat Fotos und ein Video erstellt BEITRAG

Das Video ist beim Norddeutschen Rundfunk zu finden:  Video, ebenso beim Friesischen Rundfunk: VIDEO

Auch die Kreiszeitung Wesermarsch berichtete von der Unfallstelle: BERICHT

Die Nordwest-Zeitung hat ebenfalls berichtet, unter anderem ein Interview mit dem Einsatzleiter Holger Wiechmann geführt:

 

 

Fortbildung Wärmebildkamera

Damit wir in Sachen Ausbildung immer auf dem neuesten Stand sind, greifen wir für spezielle Themen regelmäßig auf externe Fachleute zurück. So auch beim letzten Dienst, als der Umgang mit der Wärmebildkamera geübt wurde. Hierfür war Tobias Schrön von der Firma FTRC vor Ort.
DIe Ortsfeuerwehr Ovelgönne ist schon seit einigen Jahren im Besitz einer Wärmebildkamera, in diesem Jahr wurde durch den Landkreis Wesermarsch ein neues Gerät beschafft (Dräger UCF 9000).
Das Grundprinzip der Wärmebildkamera ist zwar gleich geblieben, aber gerade außerhalb von Brandeinsätzen kann das neue Gerät jedoch deutlich mehr. So gibt es spezielle Modi für die Personensuche oder für Gefahrgut. Damit lassen sich Menschen schneller finden oder auch die Füllstände von Behältern erkennen. Auch ausströmende Gase, während des Dienstes durch einen Gasgrill simuliert, lassen sich mit dem neuen Gerät erkennen.

Wir danken Tobias für die Weiterbildung, sie wird uns im Einsatz sicher helfen.

© 2022

Theme von Anders NorénHoch ↑